5. Peter Schnirzer

Ich bin 58 Jahre alt, gebürtiger Esslinger, seit 1996 in Altbach wohnhaft, verheiratet, zwei Kinder, selbständiger Rechtsanwalt, Mitglied in mehreren Vereinen.

Da die Gemeinde Altbach wohl auch in der Zukunft eher knapp bei Kasse ist, wird es erforderlich sein, die Eigenverantwortung der Bürger zu stärken und bürgerschaftliches Engagement einzufordern, allerdings auch zu fördern. Dafür will ich mich verwenden.

Daneben ist es mir ein Anliegen, die heimische Landschaft und den Lebensraum für Wild und Pflanzen zu erhalten.

1) Altbach leidet unter dem Steuerausfall des Kraftwerks. Auf dem Decoma-Gelände läuft gerade der Abriss, was Neuansiedlungen im Industriegebiet ermöglicht. Wie sehen Sie dessen Entwicklung, um mehr Gewerbesteuerzahler zu gewinnen?

Bei den Neuansiedlungen im Industriegebiet hat der Gemeinderat nur einen eingeschränkten Einfluss, wenn bereits in den übergeordneten Plänen oder im Bebauungsplan steuernde Regelungen versäumt worden wären. Letztlich ist eine solche Entwicklung immer "Chefsache", d.h. der Bürgermeister muss im intensiven, auch persönlichen Kontakt mit den Entscheidungsträgern des Grundeigentümers steuernd eingreifen. Weitere Logistikunternehmen im Neckartal machen für mich nicht wirklich Sinn.

2) Der großflächige Bebauungsplan Schurwaldstraße ist derzeit in der Bevölkerung umstritten. Wie weit soll die Innenentwicklung gehen, welches Maß an Verdichtung ist angemessen?

Der Bebauungsplan ist naturgemäß ein Kompromiss zwischen der notwendigen Nachverdichtung zur Schonung der Randgebiete und dem Bestreben, die offene Bauweise in diesem Gebiet weitgehend zu erhalten. Man wird aber sicherlich an der einen oder anderen Stelle nachbessern müssen. Auch wird man sich darüber klar werden müssen, dass es für die Gemeinde Altbach schon aufgrund der kleinen Gemarkung kein grenzenloses Wachstum geben kann.

3) Die Entwicklung des Pflegeheims auf dem Hammelehle-Gelände und die Neunutzung des alten Rathauses stehen an, ebenso die Neunutzung des „Schlösschens“ mit dem früheren Sitzungssaal. Wie sehen Sie die Weiterentwicklung dieser drei Gebäude?

Die Entwicklung des Hammelehle-Geländes ist angestoßen und läuft.

Beim "Alten Rathaus" und beim "Schlösschen" ist zuerst einmal ärgerlich, dass sich die Gemeinde Altbach in Zeiten knapper Kassen ein neues Rathaus geleistet hat, ohne auch nur ansatzweise zu wissen, was mit dem "Alten Rathaus" und dem "Schlösschen" passieren soll.

Das "Alte Rathaus" wurde zwischenzeitlich verkauft und der Erwerber zeigt vermutlich bald, wie man mit dem halben Aufwand ein ordentliches Bürogebäude erhält.

Konsequenterweise sollte daher auch das "Schlösschen" zeitnah an einen geeigneten Investor verkauft werden - die Gemeinde hat für das "Schlösschen" weder eine sinnvolle Verwendung, noch das Geld zum Erhalt.