7. Jürgen Hoffmann

Ich lebe – mit Unterbrechungen durch Wehrdienst und Studium – seit meiner Geburt in Altbach.

Das Wohl der Gemeinde, also das Wohl aller Altbacherinnen und Altbacher, liegt mir am Herzen.

Speziell im Rahmen meiner Tätigkeit als Gemeinderat und in meiner Funktion als 2. Vorstand des Sport-Club Altbach leiste ich seit vielen Jahren gerne meinen Beitrag für ein liebens- und lebenswertes Altbach.

Der Schwerpunkt meiner Ausbildung und meiner beruflichen Tätigkeit lag und liegt in der Findung bestmöglicher ökonomischer Lösungen und deren Umsetzung. Hier liegen meine Stärken, und hierauf liegt auch mein Hauptaugenmerkt bei meiner Tätigkeit als Gemeinderat. Es gibt sicherlich immer viele Dinge, die man gerne hätte. Letztlich aber kann man, wenn man nicht über seine Verhältnisse lebt, immer nur das haben, was man sich auch leisten kann. Wirtschaftliche Nachhaltigkeit und Generationengerechtigkeit können nur mit einer soliden Haushaltspolitik erreicht werden. Dafür setze ich mich ein.

Ein zentraler Punkt ist die korrekte und gerechte Verteilung der kommunalen und gesellschaftlichen Aufgaben und Kosten. Das Subsidiaritätsprinzip darf nicht nur eine theoretische Grundlage sein, sondern muss gelebt werden.

Was keinesfalls unterschätzt werden darf, ist die wesentliche Bedeutung von Vereinen und ehrenamtlich tätigen Menschen für unsere Gesellschaft und speziell auch für unsere Gemeinde. Folglich ist es – neben der Erfüllung der kommunalen Pflichtaufgaben – meines Erachtens eine zentrale Aufgabe der Gemeinde, Vereine und ehrenamtlich tätige Menschen, die einen wichtigen Beitrag zum Gemeinwohl leisten, bestmöglich zu unterstützen.

1) Altbach leidet unter dem Steuerausfall des Kraftwerks. Auf dem Decoma-Gelände läuft gerade der Abriss, was Neuansiedlungen im Industriegebiet ermöglicht. Wie sehen Sie dessen Entwicklung, um mehr Gewerbesteuerzahler zu gewinnen?

Die Steuermindereinnahmen stellen für uns ein Problem dar. Eine vollständige Kompensation durch Neuansiedlungen wird nicht möglich sein. Gerade deshalb gilt es, bestmögliche Ergebnisse zu erzielen. Für das DECOMA-Gelände wurde ein B-Plan erstellt. Was die Zukunft des Kraftwerkgeländes angeht, dürfen wir als Standortgemeinde nicht in eine Zuschauerrolle abrutschen. Es laufen Planungen, was den Transport von Strom aus dem Norden zu uns in den Süden angeht. Hier könnte unser Kraftwerkstandort als möglicher Konverter- und Verteilerstandort ins Spiel kommen. Zu Gewerbesteuereinnahmen würde dies für uns wohl nicht führen. Der große Flächenverzehr bleibt aber. Folglich müssen andere Möglichkeiten eines finanziellen Ausgleichs geprüft werden.

2) Der großflächige Bebauungsplan Schurwaldstraße ist derzeit in der Bevölkerung umstritten. Wie weit soll die Innenentwicklung gehen, welches Maß an Verdichtung ist angemessen?

Bebauungsplan Schurwaldstraße: Ja, hierzu gibt es unterschiedliche Ansichten, was ja auch völlig legitim ist. Ich halte diesen B-Plan grundsätzlich für gut und angemessen. Der Ablauf von B-Plan-Verfahren ist bekanntlich rechtlich definiert und lässt Einsprüche zu. Die Würdigung eventueller Einsprüche kann und wird natürlich erst dann erfolgen, wenn diese vorliegen.

Zur Innenentwicklung: Die Alternative zur Nachverdichtung ist weiterer Flächenverbrauch für Neubaugebiete. Eine sinnvolle und geordnete Nachverdichtung ist daher zu befürworten und muss aus meiner Sicht Vorrang genießen. Zudem sind Flächen für potenzielle Neubaugebiete auf der Gemarkung Altbach sehr begrenzt.

3) Die Entwicklung des Pflegeheims auf dem Hammelehle-Gelände und die Neunutzung des alten Rathauses stehen an, ebenso die Neunutzung des „Schlösschens“ mit dem früheren Sitzungssaal. Wie sehen Sie die Weiterentwicklung dieser drei Gebäude?

Pflegeheim: Standort am jetzigen Standort des neuen Rathauses wäre besser gewesen. Im Rahmen der nun gegebenen Möglichkeiten sind der Standort und die bauliche Umsetzung gut.

Altes Rathaus: Das Gebäude wurde verkauft und wird aktuell saniert. Eine geeignete Nachnutzung ist sichergestellt.

Schlösschen: Ein Verkauf ist für mich angesichts der historischen Bedeutung des Gebäudes nicht vorstellbar. Die Nutzungsmöglichkeiten sind aufgrund der baulichen Gegebenheiten und des Denkmalschutzes natürlich etwas eingeschränkt und man muss die Unterhaltskosten im Auge behalten. Man muss sich Gedanken machen und sich austauschen, was möglich und sinnvoll ist. Eine Gelegenheit hierzu bietet die nächste Klausurtagung des Gemeinderats.