2. Monika Glück

Vor 20 Jahren bin ich mit meinem Mann und unseren zwei kleinen Töchtern nach Altbach gezogen. Als rheinische Frohnatur habe ich schnell Kontakt gefunden, bin in einige Vereine eingetreten und habe ehrenamtliche Aufgaben übernommen.

In Esslingen wurde vor 15 Jahren unser Sohn geboren. Von der Elternarbeit kommend (erst im Kindergarten, dann in der Schule bis hin zum Vorsitz im Elternbeirat) habe ich im Jahr 2009 für den Gemeinderat kandidiert und bin gewählt worden. Seit 2011 bin ich wieder als Dipl.-Betriebswirtin (FH) beruflich tätig.

Ich engagiere mich Unabhängig, Willensstark und Vorausschauend nicht nur im Gemeinderat, im Verwaltungsausschuss und im Kindergartenausschuss, sondern auch für das Thema Integration im Arbeitskreis Asyl, für körperliche Fitness im Alter als Bewegungsbegleiterin bei B.U.S. am Montagmorgen um 10 Uhr auf dem Marktplatz, und für den Lebendigen Adventskalender.

Viele Menschen engagieren sich ehrenamtlich in Altbach und es macht mir Freude, aktiv dabei zu sein. Nur so wird aus einem Wohnort ein Heimatort. Wichtiger Anker und nötige Kraftquelle für all mein Tun ist mein christlicher Glaube. Folgerichtig engagiere ich mich in der Evangelisch-methodistischen Kirche.

1) Altbach leidet unter dem Steuerausfall des Kraftwerks. Auf dem Decoma-Gelände läuft gerade der Abriss, was Neuansiedlungen im Industriegebiet ermöglicht. Wie sehen Sie dessen Entwicklung, um mehr Gewerbesteuerzahler zu gewinnen?

Das ehemalige DECOMA-Gelände gehört einem Investor. Wir konnten durch den Bebauungsplan gute Rahmenbedingungen schaffen, es ist eine moderne, flexible Bebauung vorgesehen, die vielfältige Nutzungen ermöglicht. Die Verwaltung steht mit dem Investor im Kontakt, als Gemeinderat haben wir Kooperation und Unterstützung bei allen Realisierungsschritten signalisiert. Neben Gewerbesteuereinnahmen sind mir neue Arbeits- und Ausbildungsplätze wichtig.

2) Der großflächige Bebauungsplan Schurwaldstraße ist derzeit in der Bevölkerung umstritten. Wie weit soll die Innenentwicklung gehen, welches Maß an Verdichtung ist angemessen?

An dem einen Neubau im Uhlandweg, der sich auf einen Uralt-B-Plan mit sehr veralteten Festsetzungen bezog, können alle Altbacher deutlich sehen, wo und wie die Nachverdichtung daneben gegangen ist. Der umfassende B-Plan, den die UWV-Gemeinderäte maßgeblich auf den Weg gebracht haben, ist nach sehr genauen Erhebungen des Bestandes mit Umsicht und Weitblick erstellt worden. Innenentwicklung ist in Altbach notwendig, da es im Flächennutzungsplan kaum noch Möglichkeiten für das Wachstum "in die Fläche" gibt. Der grüne Saum, der Zugang zum Wald, die Obstwiesen – das alles soll erhalten bleiben. Pro Person wird aber der Wohnflächenbedarf immer größer. Da wir unsere Bevölkerungszahl stabil halten wollen, muss nachverdichtet werden.

3) Die Entwicklung des Pflegeheims auf dem Hammelehle-Gelände und die Neunutzung des alten Rathauses stehen an, ebenso die Neunutzung des „Schlösschens“ mit dem früheren Sitzungssaal. Wie sehen Sie die Weiterentwicklung dieser drei Gebäude?

Das Alte Rathaus ist verkauft und wird Standort eines Dienstleistungsunternehmens.

Das Schlössle ist ein Wahrzeichen Altbachs. Warum nicht endlich mal die Altbacher Bevölkerung fragen, welche Nutzung hier naheliegend, nötig und wünschenswert wäre?

Das Pflegeheim liegt am Ortsrand, denn an dem einzigen bisher möglichen alternativen Standort steht jetzt das neue Rathaus. Wenigstens kommt man ohne Steigung und ggfs. mit dem Bus in die Ortsmitte. Das Konzept der Bruderhausdiakonie ist sehr gut. Ich werde mich für die Teilhabe der Bewohner am Dorfleben und das freiwillige Engagement in der Einrichtung einsetzen. Der demografische Wandel geht weiter, die UWV wird neue Ideen für den Erhalt der Lebensqualität älterer Menschen entwickeln.