3. Ursula Fischer

Ich habe 55 Jahre Lebenserfahrung, bin verheiratet und Mutter zweier erwachsener Söhne.

In Altbach bin ich aufgewachsen und hier auch verwurzelt u.a. durch meine Mitgliedschaft und mein Engagement in mehreren Vereinen. Die Vielfalt an Vereinen und das damit verbundene Ehrenamt – auch in der Feuerwehr, dem DRK, in den Kirchen und sonstigen Institutionen – gilt es zu erhalten.

Seit 2013 bin ich im Gemeinderat und im Ausschuss für Technik und Umwelt.

Durch meine langjährige Tätigkeit als Sozialversicherungsfachangestellte weiß ich um die Bedürfnisse von Alten und Kranken. Das Ärztehaus mit zwei Allgemeinärzten, sowie integrierter Apotheke und die Sozialstation sind für Altbach sehr wichtige Einrichtungen. Abgerundet wird das durch den Bau des Pflegeheims und der seniorengerechten Wohnungen auf dem Hammelehle-Areal.

Barrierefreiheit in Altbach und ein Miteinander von Generationen ist für mich erstrebenswert. Wünschenswert ist z.B. ein Mehrgenerationenhaus.

Eine positive Entwicklung Altbachs für Jung und Alt liegt mir sehr am Herzen.

1) Altbach leidet unter dem Steuerausfall des Kraftwerks. Auf dem Decoma-Gelände läuft gerade der Abriss, was Neuansiedlungen im Industriegebiet ermöglicht. Wie sehen Sie dessen Entwicklung, um mehr Gewerbesteuerzahler zu gewinnen?

Für einen ausgeglichen Haushalt benötigt Altbach Einnahmen. Eine wichtige Einnahmequelle ist die Gewerbesteuer. Deshalb ist die Ansiedlung von Firmen, die auch Arbeitsplätze schaffen, sehr wichtig. Lagerhallen ohne Personal sind nicht erwünscht. Für das DECOMA Gelände haben wir bereits einen Bebauungsplan erstellt. Zu beachten ist bei der Ansiedlung von Firmen, dass die Kapazität der Hochbrücke nicht überschritten wird.

2) Der großflächige Bebauungsplan Schurwaldstraße ist derzeit in der Bevölkerung umstritten. Wie weit soll die Innenentwicklung gehen, welches Maß an Verdichtung ist angemessen?

Den Aufstellungsbeschluss Bebauungsplan haben wir am 06.03.2018 mehrheitlich (mit 4 Enthaltungen) verabschiedet.

Auslöser für den B-Plan war, dass für dieses Gebiet kein eindeutiger Bebauungsplan vorlag und deshalb für einen überdimensionierten Neubau im Uhlandweg auf die Württembergische Bauordnung von 1910 (!) zurückgegriffen werden konnte.

Am 06.11.2018 wurde von der Firma Schreiberplan der Vorentwurf zum Bebauungsplan gemäß §13a BauGB detailliert vorgestellt. Viele betroffene Eigentümer waren zugegen. Nun gilt es die Stellungnahmen und Einsprüche abzuwarten und auszuwerten. Ein einheitlicher Bebauungsplan, für eine sinnvolle Nachverdichtung zur Schaffung von dringend benötigtem Wohnraum, ist äußerst wichtig.

3) Die Entwicklung des Pflegeheims auf dem Hammelehle-Gelände und die Neunutzung des alten Rathauses stehen an, ebenso die Neunutzung des „Schlösschens“ mit dem früheren Sitzungssaal. Wie sehen Sie die Weiterentwicklung dieser drei Gebäude?

Der Bau auf dem Hammelehle-Gelände hat begonnen. Die Gemeinde hat alle Voraussetzungen geschaffen um dies zu ermöglichen. Eine wünschenswerte zentrale Lage eines Pflegeheimes ist aufgrund von fehlenden gemeindeeigenen innerörtlichen Flächen leider nicht möglich.

Das „Alte Rathaus“ ist verkauft und wird weiterhin als Bürogebäude eines privaten Dienstleistungsunternehmens genutzt.

Im „Schlösschen“ wurde ich getraut und habe meine Ernennungsurkunde zur Gemeinderätin erhalten. Ich werde mich für eine sinnvolle Nachnutzung einsetzen. Eine Unterbringung der Sozialstation und anderer sozialen Einrichtungen kann ich mir gut vorstellen. Wir müssen realistisch an alle Planungen herangehen und dabei die Finanzlage unserer Gemeinde im Auge behalten.